bb. Werbung durch den Handelsvertreter

Die Neukunden müssen vom Handelsvertreter geworben worden sein. Es reicht hier 
jedoch jede mitursächliche Tätigkeit aus. Es ist also nicht erforderlich, dass der erste 
Geschäftsschluss mit dem Kunden allein auf die Bemühungen des Handelsvertreters 
zurückgeht. Die Beweislast für seinen Verursachungsbeitrag trifft den Handelsvertreter. 

Es wird allerdings vermutet, dass der Handelsvertreter den Kunden neu geworben hat, 
wenn er darlegen und beweisen kann, dass er mit dem Ziel des erstmaligen     Geschäfts-
schlusses gegenüber dem Kunden tätig geworden ist (z. B. durch einen Besuch, ein 
Schreiben, ein Telefonat o. ä.) und dass im Anschluss daran der Vertrag geschlossen 
worden ist. Steht dieses fest, muss das Unternehmen beweisen, dass es keinerlei Kausa-
lität zwischen den Handlungen des Handelsvertreters und dem Geschäftsschluss gegeben 
hat. 

Weitere Beweiserleichterungen gibt es auch hinsichtlich des Werbebeitrags für den 
"Handelsvertreter der ersten Stunde". Insoweit darf auf die Ausführungen oben zu 
Ziff. 2. b. aa. verwiesen werden. Ob darüber hinaus die Grundsätze des Anscheins-
beweises (Vermutung der Neukundenwerbung durch den Handelsvertreter) auch dann 
gelten, wenn der Handelsvertreter keinen konkreten Tätigkeitsnachweis erbracht hat, 
aber das erste Geschäft des Unternehmens mit einem Kunden in die Vertragszeit des 

Handelsvertreters fällt, dürfte allenfalls in Ausnahmefällen (und wohl auch nur bei einem 
Bezirksvertreter) zu bejahen sein. 

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