cc. Steigerung des Altkundenumsatzes

Einer Neukundenwerbung steht es gleich wenn eine bestehende Geschäftsbeziehung mit 
einem Altkunden derart erweitert worden ist, dass dies wirtschaftlich der Werbung eines 
Neukunden entspricht (§ 89 b Abs. 1 Satz 2 HGB). Unerheblich ist, ob es sich um eine 
qualitative (neue Produkte) oder quantitative Erweiterung handelt. In beiden Fällen ist das 
entscheidende Kriterium die Umsatzsteigerung.

Wie hoch die Umsatzsteigerung sein muss, dürfte vom Einzelfall abhängen und ist in 
allgemein gültigen Zahlen nicht auszudrücken. Es wird sowohl auf das Produkt selbst,                
die Branche, die Kundenstruktur, den Bezirk und vieles mehr ankommen. In der 
Rechtsprechung hatte sich der Grundsatz herausgebildet, dass zumindest eine - preis-
steigerungsbereinigte - Umsatzverdopplung erforderlich sei. Ob dies haltbar ist, erscheint 
bei einem Vergleich mit der EU - Handelsvertreterrichtlinie (welche die gesetzliche 
Anforderung, dass die Erweiterung der Geschäftsbeziehung wirtschaftlich einer Neukun-
denwerbung entsprechen muss, nicht vorsieht) zweifelhaft. Diesen Erwägungen trägt ein 
Urteil des OLG Celle aus dem Jahr 2017 Rechnung indem lediglich eine - preissteige-
rungsbereinigte - Umsatzsteigerung um 50 % verlangt wird.  

Die Umsatzsteigerung muss auf den besonderen Vermittlungsbemühungen des 
Handelsvertreters
beruhen, wofür der Handelsvertreter beweispflichtig ist. Auch hier 
reicht eine mitursächliche Tätigkeit aus. Häufig wird diese vermutet werden können 
solange der Unternehmer hiergegen nichts "Stichhaltiges" (BGH) vorträgt. 

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