bb. Sonstige Billigkeitskriterien

Es ist zunächst zu beachten, dass Kriterien, die bereits bei den "Unternehmervorteilen"
und bei dem Unterpunkt der "Provisionsverluste" berücksichtigt worden sind, bei der 
Prüfung der Billigkeit im übrigen nicht noch einmal in die Waagschale geworfen            
werden dürfen. 

Ansonsten sind alle Umstände des Einzelfalles zu würdigen und gegeneinander 
abzuwägen, so dass es nicht zwangsläufig zu einer Verringerung des Ausgleichs kommen 
muss, sondern die positiven Aspekte die negativen kompensieren können und damit im 
Ergebnis der volle Ausgleich auf der Basis der "Unternehmervorteile" und - soweit vom 
Handelsvertreter herangezogen - der diesen entsprechenden "Provisionsverluste" zu 
zahlen ist. Ob allerdings die relevanten Billigkeitsgesichtspunkte neben einer Kürzung 
oder des Erhalts des errechneten Ausgleichs diesen sogar wegen ihrer überwiegend oder 
ausschließlich positiv zu Buche schlagenden Auswirkungen erhöhen können, wird in der 
juristischen Literatur aufgrund der Gesetzesneufassung aus dem Jahr 2009 diskutiert (und 
z. T. bejaht). Rechtsprechung hierüber existiert noch nicht. 

Auf der anderen Seite muss indessen auch hier die neuere Rechtsprechung des BGH 
gelten, wonach hinsichtlich der Umstände, die bei Ende des Handelsvertretervertrages 
noch nicht feststehen, eine Prognose vorzunehmen ist, in welche spätere Gegebenheiten 
nur insoweit herangezogen werden dürfen, als sie bei Vertragsende bereits abzusehen 
waren (was aber abschießend noch nicht geklärt ist). 

Aus der Fülle der möglichen berücksichtigungsfähigen Umstände können nachstehend 
nur einige Beispiele genannt werden:

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