e. Verschwiegenheitspflicht

Die Interessenwahrnehmungspflicht beinhaltet weiterhin, dass der Handelsvertreter
Verschwiegenheit zu wahren hat. Das gilt nicht nur für Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse
(für die im übrigen auch eine nachvertragliche Geheimhaltungs-pflicht besteht, § 90 HGB),
sondern auch für sonstige Umstände, die irgendwie dem Unternehmen schaden könnten.
So ist es dem Handelsvertreter auch ohne gesonderte vertragliche Regelung grundsätzlich untersagt,
Dritten nicht offensichtliche Geschäftsbeziehungen zu Kunden des Unternehmens bekanntzugeben,
auch wenn der Handelsvertreter diese selbst angebahnt hat. 

Das in einem formularmäßigen Handelsvertretervertrag (zum Begriff vgl. oben un-ter Ziff. 1. c.)
für die Zeit nach Vertragsende vereinbarte Verbot, jegliche Verwertung von Kundendaten zu unterlassen,
verstößt jedoch gegen § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB und ist daher unwirksam
(vgl. im übrigen hierzu auch Handelsvertreterrecht Teil 2 unter Ziff. 8. b.).

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