a. Zurverfügungstellung von Unterlagen – Umfang, Eigentumsverhältnisse, Rückgabepflichten

Das Unternehmen hat dem Handelsvertreter die zur Ausübung seiner Tätigkeit
erforderlichen Unterlagen zur Verfügung zu stellen (§ 86 a HGB). 

Das Gesetz nennt beispielhaft Muster, Zeichnungen, Preislisten, Werbedruck-
sachen und Geschäftsbedingungen, sodass die Aufzählung keineswegs abschließend ist.
Zu überlassen hat das Unternehmen dem Handelsvertreter daher z. B. auch Kundenlisten
für das Vertragsgebiet und spezielle Vertriebs- Software. Ohne Parteivereinbarung
müssen die Dinge dem Handelsvertreter an seinem Sitz oder Tätigkeits-ort übergeben werden.
Sie bleiben im Eigentum des Unternehmens, das diese auch gegebenenfalls zu versichern hat
(so jedenfalls die herrschende Meinung, vorsorglich sollte dies ausdrücklich geregelt werden).  

Der Handelsvertreter hat Gegenstände, sofern sie nicht zum Verbrauch bestimmt sind,
sorgfältig zu behandeln und nach Vertragsende (im Einzelfall auch früher, wenn diese
nicht mehr benötigt werden) zurückzugeben. Ohne gesonderte Vereinbarung hat dies am
Sitz des Handelsvertreters zu geschehen.

Nach wohl herrschender Meinung kann in einem Individualvertrag (zum Begriff vgl. Ziff. 1. c.)
vereinbart werden, dass der Handelsvertreter die ihm zur Verfügung gestellten Muster käuflich
erwerben muss
. Formularmäßig ist dies nicht möglich.

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